Samstag, 24. März 2007

"Die richtigen Pferde nach vorne..." (Teil 3)

Geht doch ! - Tag 1

Am nächsten Tag verladen wir Lucky und Charl.... äh...... mit den Pferdeanhängern hatte Charlene seit jeher Probleme, die sich in der letzten Zeit jedoch gebessert haben. Heute aber ist sie wieder starrsinnig und nicht zu bewegen, dieses Teil zu besteigen. So bleibt sie zuhause und nur Lucky fährt mit zum vereinbarten Treffpunkt mit den anderen. Die trudeln auch
langsam ein: 2 Quarterhorses, ein Warmblut, 2 Isländer und ein Ägidienberger mit ihren dazugehörigen Frauchen. Sehr schnell - viel zu schnell - sind alle gerüstet und los geht's! Ohne Barbara, die mit Charlene von zu Hause aus wegreiten und die Gruppe gegen Mittag treffen soll. Gisela, die schon zum vierten Mal dabei ist und das Konzept der Zick-Tours mitentwickelt hat, soll die Gruppe bis dahin führen. Sie reitet ein sehr sympatisches und, wie sich herausstellen oll, recht eigensinniges Islandpferd namens Katia.

Die Wanderritte von Horse Events führen nie über Straßen, sondern immer durch Feld, Wald und Wiesen. Es werden jedoch Strassen überquert und so müssen die teilnehmenden Pferde verkehrssicher sein.Die Zick-Tour sollte ursprünglich Zeckenritt heissen, weil die erste Auflage davon im Zeckenwonnemonat Mai stattfinden sollte. Barbara Neuber stellte fest, daß es einen Bedarf nach gemütlichen Wanderritten gab, die nicht durch großen sportlichen oder sonstigen Ehrgeiz gezeichnet sein sollten. Dieser Bedarf besteht vorwiegend bei Frauen und so wurde aus den Zeckenritt der Zickenritt. Lucky macht das! < hat Barbara tags zuvor zu meinen Zweifeln wegen seines fortgeschrittenen Alters gemeint. Mit gemischten Gefühlen behalte ich Don Pedro scharf im Auge um ein drohendes Zusammensacken rechtzeitig zu bemerken und schnell vorher abspringen zu können. Aber: Nichts da! Auch nach zwei Stunden schreitet er munter aus und ist glücklich wenn er vorne gehen kann. Doch auch gegen eine Stellung in der Mitte der Kolonne oder am hinteren Ende scheint er, im Gegensatz zu anderen keine Einwände zu haben. Guter Don Pedro! Lediglich wenn's bergab geht geraten wir ein bißchen ins Hintertreffen, weil hier die alten Gelenke nicht mehr ganz so mitmachen. Sobald aber der Hügel geschafft ist, macht sich das Tier daran, die anderen einzuholen.

Graspause. Hatte ich mir vorgestellt, daß Wanderreitpferde einfach gehobbelt werden, während sich die Reiterin ihren gebackenen Bohnen und Fachgesprächen über Mustangs widmet, so muss ich diese Phantasie schnell begraben. Meditierend verbringe ich eine ruhige halbe Stunde neben Lucky, der immer dann, wenn ich mich gerade hingesetzt habe, der Meinung ist, daß das Gras woanders doch grüner ist. Und ich kann doch einem wildfremden Pferd nicht gleich am ersten Tag vorschreiben, wo es zu grasen hat! Nach der Pause sitzen wir wieder auf und Lucky macht sich schon mal auf den Weg (> Du kannst Don Pedro zu mir sagen<). Die anderen bleiben in der Ferne zurück, Lucky schreitet forsch voran; er kennt den Weg. DURCHSETZEN scheint angebracht und es gelingt auch halbwegs. Nach einer halben Stunde erreichen wir den
vereinbarten Treffpunkt mit Barbara und Charlene. Die Pferde werden angebunden und Peppi, der sehr sympatische Islandwallach beginnt, verbotenerweise, einen Baum zu benagen. Die Menschen können ihr Lunchpaket öffnen und sich hinsetzen..... man sitzt ja sonst nie......
Nach einer weiteren Stunde im Sattel erreichen wir das Forsthaus Kümmel, Lucky's Heimat und unsere Herberge für diese Nacht. Charlene ( die Blöde ) kann diesen Ritt nicht ohne Rabatz ausklingen lassen und trifft mein armes,altes Pferd feste unters Kinn. Ich werde morgen besser aufpassen!
Barbara und Hermann Neuber haben für die Gastpferde Einzel- und Doppelkoppeln
in der Wiese abgesteckt. Nachdem alle Pferde gut versorgt sind und sich sogar
eine Freundschaft zwischen dem sehr sympathischen und unterwegs oft durstigen
Islandpferd Skol und der hübschen Warmblutstute Kim anzubahnen scheint,
können die Menschen die Füße hochlegen. Meinem Hintern geht es ganz gut.

Donnerstag, 22. März 2007

Zitat von Francois Baucher

"Hab also acht, Reiter, auf dich selbst.
Ist dein Pferd stützig, heftig, ungefügig,
so dürfen wir kecklich die Behauptung aufstellen,
dir gebricht es an liebenswürdigem Charakter
und richtiger Methode."

"Die richtigen Pferde nach vorne..." (Teil 2)

"Du bist aber mutig! ", meinten gestandene Reiterinnen, als sie von meinem Vorhaben hörten. Mutig? - Bin ich eher nicht - ich habe Angst vor Pferden! Na ja, dachte ich, in drei Monaten kann ich noch viel lernen. Diese drei Monate verbrachte ich damit Goody klar zu machen, daß ich mich sehr wohl durchsetzen kann - wenn er nicht in der Nähe ist. In Anbetracht des Tages X
wurde trotzdem der erste Ausritt gewagt und Goody war nicht wiederzuerkennen. Ich wähnte mich auf einem der feurigsten Rösser der diesseitigen Hemisphäre ! Meine Reitlehrerin meinte, so fühle sich ein fleißiger Schritt an......
Eine Woche vor der Abreise ins Abenteuerland rief ich vorsorglich bei der Veranstalterin an und erkundigte mich, ob ich sie auch wirklich darüber informiert hatte, daß ich Anfängerin sei und für Pferde nicht unbedingt eine Autorität darstelle. Ich hatte. Also los!

Dressur für Fortgeschrittene - Tag 0

Zwei Schimmel grasen friedlich neben einem Häuschen mitten im Wald, das aussieht, als ob jeden Augenblick Heidi samt Öhm und Geißen herausstürzen müßte. Doch nein - Barbara Neuber, die Wanderrittleiterin begrüsst mich gleich mit einem warmen Essen und bald danach sind wir beim Thema des Tages: Ich bin einen Tag vor dem Beginn des Wanderrittes angereist um das Pferd kennen zu lernen und eine Reitstunde vorab zu nehmen. Gleich lerne ich neben
Lucky auch Charlene, die hier in Pension ist, kennen; eine sehr hübsche Schimmelstute, die das auch weiß und deshalb von Barbara nur mit Charlotte angeredet wird. Lucky und Charlotte werden gesattelt und mit praktischen Wanderreittrensen ausgerüstet. Ich soll erst einmal einen Proberitt über die Wiese machen bevor es in den Wald geht. Die ersten 37 Sekunden geht alles ganz problemlos, Lucky lässt sich frohgemut über die Wiese reiten und zurück - nein - nach links - huch! - zupf - drück - fuchtel - HUCH! wie bei Goody!... und schon stehen wir wieder bei Charlene. >DU MUSST DICH DURCHSETZEN! < Aber doch nicht ein wildfremdes Pferd in der ersten Minute herumkommandieren. Muss aber! Nach weiteren 15 Minuten ( ich erspare den geneigten Lesern/-innen die Detaills .... nur nebenbei: ich kann neuerdings ein Pferd rückwärtsrichten !!!....) ist die Sache dann doch geklärt und ich kann der Dinge harren , die da kommen sollen. Mein hintern meldet sich zaghaft mit der bangen Frage, ob er den morgigen Tag wohl überstehen wird.

(Fortsetzung folgt)

Mittwoch, 21. März 2007

Reitlehre

"Halbe Paraden" sind dazu da, um Takt und Haltung des Pferdes im Gange zu verbessern und zu erhalten.
"Ganze Paraden" führen immer zu Halten.

Dienstag, 20. März 2007

Wissen rund ums Pferd

Hier ein Quiz, wo Du Dein Wissen rund ums Pferd überprüfen kannst.
Viel Vergnügen!!

Bild des Monats



Kim hat Hunger

Zigeunerwagen

Wer träumt nicht davon, den Alltag hinter sich zu lassen und mit einem Zigeunerwagen und Pferden durch Europa oder Deutschland zu reisen.
Hier ein Link, wo man schon mal eine Ahnung bekommt, wie so ein Zigeunerleben aussehen kann.
Zigeunerwagen

Montag, 19. März 2007

Die richtigen Pferde nach vorne...(Teil 1)

Abenteuer Wanderreiten

" Die richtigen Pferde nach vorne ! ..............................."
oder: wie eine nicht mehr ganz jugendliche Reitanfängerin zum Wanderreiten auszog
Anzeige:
Zick-Tours 2002: 3-tägiger Wanderritt
für Frauen durch's Bergische Land.Info: blabla ....
Das wär doch was! - Seit fast einem Jahr verbrachte ich eine Stunde pro Woche auf Good Luck's Rücken ( > Du kannst Goody zu mir sagen < ) und versuchte die Geheimnisse der Reiterei zu ergründen. Gut die Hälfte meiner Tage aber verbrachte ich damit, über die Geheimnisse im Allgemeinen und das Wesen der Pferde im Besonderen nachzudenken und mir mit Hilfe von Büchern, Zeitschriften und Ähnlichem Klarheit zu verschaffen. Mit mäßigem Erfolg. Ich griff zum Telefon. - Ja, in Einzelfällen stelle man auch schon mal ein Pferd zur Verfügung. In diesem Fall handelte es sich um Lucky, ca. 30 Jahre alt, kreuzbrav und seit Jahren auf Wanderritten tätig. Ob ich drei Tage im Sattel durchhalte, müsse ich selber wissen. Gute Schuhe, die auch zum Wandern taugen, Regenkleidung solle ich mitbringen......

(Fortsetzung folgt....)