Am nächsten Tag verladen wir Lucky und Charl.... äh...... mit den Pferdeanhängern hatte Charlene seit jeher Probleme, die sich in der letzten Zeit jedoch gebessert haben. Heute aber ist sie wieder starrsinnig und nicht zu bewegen, dieses Teil zu besteigen. So bleibt sie zuhause und nur Lucky fährt mit zum vereinbarten Treffpunkt mit den anderen. Die trudeln auch
langsam ein: 2 Quarterhorses, ein Warmblut, 2 Isländer und ein Ägidienberger mit ihren dazugehörigen Frauchen. Sehr schnell - viel zu schnell - sind alle gerüstet und los geht's! Ohne Barbara, die mit Charlene von zu Hause aus wegreiten und die Gruppe gegen Mittag treffen soll. Gisela, die schon zum vierten Mal dabei ist und das Konzept der Zick-Tours mitentwickelt hat, soll die Gruppe bis dahin führen. Sie reitet ein sehr sympatisches und, wie sich herausstellen oll, recht eigensinniges Islandpferd namens Katia.
Die Wanderritte von Horse Events führen nie über Straßen, sondern immer durch Feld, Wald und Wiesen. Es werden jedoch Strassen überquert und so müssen die teilnehmenden Pferde verkehrssicher sein.Die Zick-Tour sollte ursprünglich Zeckenritt heissen, weil die erste Auflage davon im Zeckenwonnemonat Mai stattfinden sollte. Barbara Neuber stellte fest, daß es einen Bedarf nach gemütlichen Wanderritten gab, die nicht durch großen sportlichen oder sonstigen Ehrgeiz gezeichnet sein sollten. Dieser Bedarf besteht vorwiegend bei Frauen und so wurde aus den Zeckenritt der Zickenritt. Lucky macht das! < hat Barbara tags zuvor zu meinen Zweifeln wegen seines fortgeschrittenen Alters gemeint. Mit gemischten Gefühlen behalte ich Don Pedro scharf im Auge um ein drohendes Zusammensacken rechtzeitig zu bemerken und schnell vorher abspringen zu können. Aber: Nichts da! Auch nach zwei Stunden schreitet er munter aus und ist glücklich wenn er vorne gehen kann. Doch auch gegen eine Stellung in der Mitte der Kolonne oder am hinteren Ende scheint er, im Gegensatz zu anderen keine Einwände zu haben. Guter Don Pedro! Lediglich wenn's bergab geht geraten wir ein bißchen ins Hintertreffen, weil hier die alten Gelenke nicht mehr ganz so mitmachen. Sobald aber der Hügel geschafft ist, macht sich das Tier daran, die anderen einzuholen.
Graspause. Hatte ich mir vorgestellt, daß Wanderreitpferde einfach gehobbelt werden, während sich die Reiterin ihren gebackenen Bohnen und Fachgesprächen über Mustangs widmet, so muss ich diese Phantasie schnell begraben. Meditierend verbringe ich eine ruhige halbe Stunde neben Lucky, der immer dann, wenn ich mich gerade hingesetzt habe, der Meinung ist, daß das Gras woanders doch grüner ist. Und ich kann doch einem wildfremden Pferd nicht gleich am ersten Tag vorschreiben, wo es zu grasen hat! Nach der Pause sitzen wir wieder auf und Lucky macht sich schon mal auf den Weg (> Du kannst Don Pedro zu mir sagen<). Die anderen bleiben in der Ferne zurück, Lucky schreitet forsch voran; er kennt den Weg. DURCHSETZEN scheint angebracht und es gelingt auch halbwegs. Nach einer halben Stunde erreichen wir den
vereinbarten Treffpunkt mit Barbara und Charlene. Die Pferde werden angebunden und Peppi, der sehr sympatische Islandwallach beginnt, verbotenerweise, einen Baum zu benagen. Die Menschen können ihr Lunchpaket öffnen und sich hinsetzen..... man sitzt ja sonst nie......
Nach einer weiteren Stunde im Sattel erreichen wir das Forsthaus Kümmel, Lucky's Heimat und unsere Herberge für diese Nacht. Charlene ( die Blöde ) kann diesen Ritt nicht ohne Rabatz ausklingen lassen und trifft mein armes,altes Pferd feste unters Kinn. Ich werde morgen besser aufpassen!
Barbara und Hermann Neuber haben für die Gastpferde Einzel- und Doppelkoppeln
in der Wiese abgesteckt. Nachdem alle Pferde gut versorgt sind und sich sogar
eine Freundschaft zwischen dem sehr sympathischen und unterwegs oft durstigen
Islandpferd Skol und der hübschen Warmblutstute Kim anzubahnen scheint,
können die Menschen die Füße hochlegen. Meinem Hintern geht es ganz gut.
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